
Mission Rom 23.11.2010
17 Uhr30 Max holt mich ab. Auf der Fahrt Richtung Bretten fahren wir noch über Siegelsbach und sammeln Uwe ein. In Bretten angekommen, bei Nieselregen und 2°C musste Max nur noch sein Auto in einer Seitenstraße parken, und dann ging es auch schon pünktlich um 19 Uhr los.
Im Bus waren noch zahlreiche Plätze frei, da wir unterwegs noch drei Zwischenstopps einlegen müssen, um die restlichen Mitfahrer einzusammeln. Der letzte Stopp war an der Allianz Arena. Da gab es dann auch schon gleich den ersten Aufreger. Für einen Bus Stopp von gerade mal zwei Minuten musste der Busfahrer 10€ berappen. Über die Busfahrt gibt es wenig zu berichten. Es läuft halt so wie immer, wenn Fußballfans on Tour sind. Wobei man sagen muss es ist nicht zu vergleichen mit einer Kornlupfer Ausfahrt. Manchmal ging es halt etwas derber zu. Aaah endlich gleich in Rom. Denkste. An der letzten Mautstelle vor den Toren Rom´s wurden wir von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Neben der Straße standen schon ein paar Omnibusse und Kleinbusse mit Bayern Fans. Was soll denn diese Sch….. Dann mussten wir alle Glasflaschen aus dem Bus in den Kofferraum verstauen. Dann alle Mann aus dem Bus. Nun besichtigten die Wegelagerer unseren Bus. Plötzlich hatte einer der schwarz gekleideten Herren ein Bengalo in der Hand. War das wirklich von uns? Er sagte noch etwas was eh niemand verstand. Dann waren wir uns einig. Das Bengalo war ein Muster. Er zeigte es uns nur, damit wir wissen wie so etwas aussieht und wollte wissen, ob wir welche dabei haben. Hatten wir natürlich nicht.
Beim Einsteigen in den Bus wollten sie von jedem die Eintrittskarte fürs Stadion sehen. Hätte mich echt brennend interessiert, was wohl passiert wäre wenn einer kein Ticket gehabt hätte, weil er nur zum Shoppen nach Rom wollte. Nachdem dann alle wieder im Bus ihren Platz eingenommen haben, dauerte es noch circa eine halbe Stunde bis die große Show losging.
Alle Busse wurden nach Rom eskortiert. Sämtliche Kreuzungen wurden für uns gesperrt, damit wir nicht anhalten mussten. Sobald sich ein Auto in unseren Konvoy einreihte, wurde es sofort von der Polizei raus gedrängt. Das war eine Show.
Endlich dann am Busparkplatz angekommen, stellte sich die Frage wie wir nach dem Spiel wieder zum Bus gelangen sollten. Denn der Parkplatz war nicht einmal annähernd in der Nähe des Stadions. Man sagte uns dann es werden nach dem Spiel Shuttle-Busse eingesetzt. Hoffentlich klappt das.
Es war 13 Uhr. Noch fast 8 Stunden bis zum Anpfiff. Genügend Zeit um sich Rom anzuschauen. Die einen machten eine Stadtbesichtigung und die anderen zogen eine Kneipentour vor. Die Kornlupfer entschlossen sich eine Sightseeing Tour zu machen, angeführt von Reiseführer Uwe. Wir besichtigten so gut wie alles was in der Kürze der Zeit möglich war. Angefangen vom Trevi-Brunnen, Pantheon die größte freitragende Kuppel der Welt, Spanische Treppe, Coloseum bis hin zum Vatikan. Mittlerweile war es 18 Uhr, und wir machten uns auf den Weg in Richtung Stadion. Erwähnenswert ist auf jeden Fall gewesen, das uns wahnsinnig viele Italiener zugejubelt haben. “Bayern musse gewinne“ haben wir wirklich oft gehört. Auf dem Weg Richtung Stadion war fast kein einziger Bayern Fan zu sehen. Das machte uns schon ein bisschen nachdenklich. Als wir dann aber einen Passanten nach dem Weg zum Stadion gefragt haben und er uns bescheinigte das wir auf dem Richtigen Weg sind, waren wir erleichtert. Doch 100% stimmte unser Weg dann doch nicht. Kurz vor dem Stadion wurden wir nämlich gleich von der Polizei empfangen. Sie machten uns auf Englisch zu verstehen, dass wir am Eingang vor der Römer Fankurve seien. Wir mussten ein paar Minuten warten bis wir dann mit Polizeischutz zu unserem Eingang gebracht wurden. Bei der Einlasskontrolle war alles wie so üblich in einem Stadion, bis auf die Tatsache, dass wir unseren Perso vorzeigen mussten, da die Karten personifiziert waren. In der Kurve angekommen, traf man den einen und anderen bekannten. Es wurde, na über was wohl? Klar über Fußball geredet. Die Kurve füllte sich dann so langsam und die ersten Fangesänge wurden angestimmt. Begleitet natürlich mit Pfiffen aus dem Römerblock neben uns. Anpfiff. Was nun folgt wisst ihr ja alle. 2x Nr.33 und somit 0:2 Halbzeitführung.
2. Halbzeit. Rom schießt das 1:2. In dem Block neben uns flippen sie total aus. Ein paar Roma Fans versuchen in unsere Kurve zu kommen, werden aber von den Ordnern gerade noch so daran gehindert. Erste Gegenstände fliegen. Einer der Römer wird abgeführt. Beim 3:2 versuchen wieder einige in den Gegnerischen Block zu gelangen. Auf einmal marschiert die Italienische Blauhelm Friedenstruppe in den Bayern Block. Es kommt zu kleinen Rangeleien. Komisch nur warum die Blauhelmkasper nicht in den Roma Block gehen, von wo aus die „Randale“ angezettelt wurde. Nach Abpfiff wurde uns mitgeteilt, dass wir noch im Block bleiben sollen, was bei Auswärtsspielen auch üblich ist. Doch uns eine Stunde in den Block zu sperren bei gerade einmal 4°C das war reine Schikane. Dann endlich wurden wir raus gelassen. Es standen dann circa 30 Busse im Innenraum des Stadions. In diese Busse wurden wir wie Tiere verfrachtet. Nach EU Bestimmungen ist geregelt wie viel Platz ein Huhn im Käfig haben muss, doch ich bin mir sicher das in diesem Bus weniger Hühner gewesen wären als Bayern Fans, denn wir hatten weniger Platz als ein Huhn. Dann ging es endlich los. Natürlich wieder mit Polizeischutz und im Konvoy. Bei den Bussen angekommen dachte ich der Krieg ist ausgebrochen, in der Zeit als wir im Stadion waren. Am Straßenrand standen Polizisten mit Schutzschildern und Schlagstöcken sowie Wasserwerfer. „Die spinnen die Römer“. Als dann alle Shuttle-Busse da waren, und alle Fans in ihren Bussen, ging es wieder, natürlich mit Polizeischutz in Richtung Stadtgrenze. Da war es 1Uhr. HURRA. Wir sind raus aus Rom und die Blaulichter sind auch verschwunden. Es wird sehr schnell ruhig im Bus. Alles schläft. Mitten in der Nacht werde ich wach. Es ist so gegen 4 Uhr. Es ruft jemand hinter mir auf der Treppe zur Toilette nach einer Tüte. Ich denke so für mich, wo will den der einkaufen gehen? Doch wurde mir dann schnell klar für was er die Tüte benötigt hatte. Er rief dann sowas wie „Jörg“.
Nach einer nicht sehr entspannten Nacht, halten wir an einer Raststätte an. Endlich Zähneputzen und ein wenig frisch machen. Doch die Freude währt nur kurz. Neben dem Waschbecken an dem ich mir gerade die Zähne putze, wäscht einer die Überreste von seiner nächtlichen „Jörg“ Action von der Fußmatte des Busses. Naja was soll`s. Wir sind ja nicht mit dem Traumschiff unterwegs, sondern mit den „Adler Bretten“. Der Rest der Heimfahrt war dann ganz entspannt. Einige bekamen dann auch schon wieder den ersten Durstschub und wieder andere holten noch ein wenig Schlaf nach. Kurz vor 18 Uhr waren wir dann wieder zurück in Bretten. Alles in allem eine gelungene und interessante Ausfahrt.
Gruß Thomy